The Dark Lord

Blanche

Grimgars Thoughts of Rage!

Grimgars Rage


Grimgar, Intharan

(Grimgar lässt sich den Weg zu dem großen Balkon zeigen, auf dem Raven noch vor einigen Tagen ihre Forschungen angestellt hatte, und nimmt vor seiner mächtigen Brüstung Platz. Frostbite vor sich gegen den Boden gestemmt, lehnt er sich an die Axt. Sein Blick richtet sich nach Nord-Osten und alles um sich herum vergessend, versinkt er in einem Trance-artigen Gedankenfluss.)
Dieses Merfolk-Mädchen, diese Blanche, … sie ist äußerst lieblich. Lange ist es her, dass jemand so sehr an mir gehangen hat. … ich frage mich, wie es dir geht, Elsania. Dir, Tharigor, Kuldor … und all den Anderen. Ich hoffe, dass diese Seuche die Nordlanden noch nicht erreicht hat. Diese Kristalle scheinen überall aufzutauchen. Wir müssen uns beeilen.
Je weiter wir kommen, umso mächtiger werden unsere Feinde. Nun sind es schon drei. Und einer schrecklicher als der andere. Und dann dieser Kael. Was hat der mit Dämonen zu schaffen?
Doch Bel Mara … (als er den Namen erwähnt, stockt er kurz und wird von Zorn ergriffen), du als aller erste wirst dafür bezahlen, dass du mein Blut angegriffen hast. Du und diese SAPHIRA! Sollte sie noch leben, werde ich es ändern!
Du hast unsägliches Leid über meine Stadt gebracht, von dem wir uns heute noch nicht gänzlich erholt haben.
Wegen dir musste ich diesen qualvollen Weg gehen, der mich schnurstracks in dieses widerliche Land führte, wo mich jeder Tag aufs Neue anwidert!
Und hier darf ich nun verweilen?
Zuerst Nisroch. Dann durch diesen Wald! … Zum Stundenglas, (sofort weicht seine Miene auf, als er zögerlich ihren Namen ausspricht) … zu Blanche. Vielleicht ist ja nicht alles schlecht an dieser Reise. Bei Gorum, immerhin darf ich die legendäre Waffe von Goloras, meinem Vorfahr, führen!
Aber nein, Blanche ist ganz anders, sie ist ein Merfolk.
Natürlich ist sie bezaubernd, aber noch so jugendlich und gutherzig. Ich will ihr das nicht nehmen, indem ich sie in die ganze Sache hier hineinziehe. … Auf keinen Fall! Und sie hat sicherlich keinerlei solcher Gedanken (oder Gefühle?) mir gegenüber. Außerdem werden wir bald von dannen ziehen und ich werde sie nie wieder sehen. Es ist wohl besser so (mit diesen Worten verspürt Grimgar etwas, das der Vernunft entgegenwirkt, etwas, das er bisher bei keinem anderen verspürt hat, ein unbeschreibliches Gefühl der Anziehung) … oder … ist es das?

Sie ist unglaublich! Sie beherrscht die Schmiedekunst, wie ich sie noch nie beobachten durfte … unter Wasser, und es funktioniert!
Ich will es um jeden Preis lernen, und ich will, dass SIE es mir beibringt.

Blanche, du hast mir so viel gezeigt, ich danke dir dafür. Die Begegnung mit dir hat mich so viel gelehrt.

(Erneut befinden sich Blanche und Grimgar im Kellerbereich des Turms, wo sie ihm über die Wichtigkeit der Flussrichtung des Wassers und über weitere Feinheiten dieser Schmiedekunst Aufschluss gibt.)
„Du musst die elementare Kraft des Wassers verstehen lernen, um sie bündeln zu können. Seine Bewegung ist dabei entscheidend. Was dann daraus entsteht, wird weit mehr, als die rohe Masse, die du dafür benutzt.“
(Oft hat Grimgar sie schon bei der Arbeit beobachtet, und neben dem Schmiedevorgang selbst, die wunderschönen und graziösen Bewegungen ihres Körpers gemustert. Doch nun fällt ihm auch auf, dass nicht nur das Wasser, sondern auch die Höhle drumherum mit dem Wasser in Verbindung zu stehen scheint.)
„Blanche, spürst du das?“
(Sie schaut verwundert und verneint seine Frage.)
„Die Erde, … um uns herum bewegt sich die Erde auf die selbe Weise, wie das Wasser. Sie schwingt mit.“
„Was willst du damit sagen?“
„Was, wenn man auch noch andere Elemente auf die selbe Weise nutzen kann, wie ihr das tut?“
(Verblüfft betrachtet Blanche Grimgar nun ein wenig genauer und in ihren Augen, von Grimgar unbemerkt, ändert sich etwas.)
„Davon habe ich noch nie etwas gehört, aber wenn es wahr ist, was du sagst, wäre das unglaublich!“
(Grimgar ist felsenfest davon überzeugt, eine bahnbrechende Entdeckung gemacht zu haben und als er sich dazu entschließt, die leicht sumpfige Erde hinzuzunehmen, durchfährt ihn ein gewaltiger Stoß von Energie, der, von seinem Ringfinger ausgehend, seinen gesamten Körper erbeben lässt. Das Gefühl der Sicherheit, als könnte er Einfluss auf gegenwärtige Ereignisse nehmen, um sie zu seinen Gunsten zu verändern, ist verschwunden. Der Ring fühlt sich nun leer an, doch es ist Grimgar selbst, der im Gegenteil, nur so vor Erkenntnis und Gewissheit strotzt, dass das, was gerade passierte, ein Durchbruch war. Vor seinem Auge fängt das Wasser um ihn herum an fließende Konturen zu zeigen und die steinigen Wände, die es berühren, scheinen darauf mit Impulsen zu antworten. Grimgars verblüffter, jedoch gleichzeitig begreifender Blick wandert zu dem Stück Metall vor sich und als er zum Schlag ansetzt und es sich unter seinem Schmiedehammer zu verbiegen beginnt erkennt er wie sich seine Oberfläche verhärtet und eine raue, felsige Erscheinung bekommt. Bevor jedoch seine Arbeit vollendet werden kann, holt ihn der Ruf nach Luft an die Wasseroberfläche.
Als er oben ankommt, bedeckt ein triumphierendes Lächeln seine Lippen, während er für einen Augenblick im Nirgendwo zu schweben scheint und sich dessen bewusst wird, was soeben passiert ist. Er dreht sich zu Blanche um, die ihn währenddessen beobachtet hat. Leicht beeindruckt und ebenfalls verstehend fängt auch sie zu lächeln an. Ihre Blicke verfangen sich in einander, wie zwei Seile, die zu einem festen Tau zusammengeflochten wurden und für eine Weile scheint es, als würde die ganze Welt nur aus ihnen beiden und diesem Raum in den tiefsten Gewölben des Stundenglases bestehen, … die gesamte Zeit nur aus diesem einen Augenblick, der scheinbar nicht enden will und den keiner der Beiden beenden möchte. Eine Weile schauen sie sich an, ohne ihre Umwelt wahrzunehmen und ohne dass jemand es wagt etwas zu sagen oder den Blick abzuwenden, … bis ein krachender Lärm aus dem Treppenhaus sie in diese Welt zurückholt.)

Grimgars Rage

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medwed

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